Entspannter Preisdruck belebt die Aktienmärkte
Der deutsche Aktienmarkt erhält neuen Rückenwind durch überraschend günstige Inflationsdaten. Der Dax setzte seine Aufwärtsbewegung fort und kletterte im Tagesverlauf um 0,4 Prozent auf bis zu 24.969 Punkte. Damit rückt eine symbolträchtige Marke in greifbare Nähe. Marktbeobachter sehen in der Kombination aus nachlassendem Preisdruck und robuster Konjunktur einen entscheidenden Treiber für die anhaltende Kauflaune.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, brachte die Stimmung auf den Punkt und sagte wörtlich: „Die 25.000-Punkte-Marke ist zum Greifen nah.“ Bereits zum Wochenbeginn hatte der Index von einer starken Nachfrage nach Rüstungsaktien profitiert, ausgelöst durch den US-Militärschlag gegen Venezuela, der den Dax erstmals über sein bisheriges Rekordniveau aus dem Oktober gehoben hatte.

Inflationsrate fällt deutlicher als erwartet
Ein zentraler Impuls kam von den jüngsten Daten zur Preisentwicklung. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Dezember bei nur noch 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den beiden Monaten zuvor hatte die Teuerung jeweils 2,3 Prozent betragen, nachdem sie im September mit 2,4 Prozent den höchsten Stand des Jahres erreicht hatte.
Bemerkenswert ist zudem, dass sich die Verbraucherpreise von November auf Dezember nicht mehr erhöhten. Auf das gesamte Jahr 2025 gerechnet stiegen die Lebenshaltungskosten durchschnittlich um 2,2 Prozent. Diese Entwicklung nährt die Hoffnung, dass die Phase hoher Preissteigerungen endgültig überwunden sein könnte.
Anleger ignorieren geopolitische Risiken
Trotz wachsender internationaler Spannungen zeigen sich Investoren an den europäischen Börsen weiterhin risikofreudig. Der deutsche Leitindex konnte zu Handelsbeginn erneut zulegen und markierte in den ersten Minuten ein weiteres Rekordhoch bei 24.916,42 Punkten. Die psychologisch wichtige Schwelle von 25.000 Zählern bleibt damit klar im Blickfeld.
Frank Sohlleder, Analyst beim Handelshaus ActivTrades, erklärte: „Damit rückt die magische Schallmauer von 25.000 Zählern in unmittelbare Reichweite – ein Meilenstein, der bereits am heutigen Dienstag fallen könnte.“ Die Aussage unterstreicht, wie sehr sich die Marktstimmung in den vergangenen Wochen aufgehellt hat.
Fiskalpolitik stärkt Konjunkturerwartungen
Neben den Inflationsdaten tragen auch optimistische Einschätzungen zur Wirtschaftspolitik zur positiven Börsenentwicklung bei. Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass die expansive Fiskalpolitik Deutschlands im Jahr 2026 einen spürbaren Wachstumsschub auslösen wird. Dies dürfte das Bruttoinlandsprodukt deutlich beleben und zugleich positive Effekte auf andere europäische Volkswirtschaften entfalten.
Die Experten erklärten dazu wörtlich: „Deutschland wird einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des europäischen Wachstums leisten.“ Die sogenannten Spillover-Effekte könnten demnach auch in anderen Ländern für zusätzliche Dynamik sorgen und die Attraktivität europäischer Aktienmärkte weiter erhöhen.
Rekordjagd trotz unsicherem Umfeld
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass makroökonomische Faktoren wie Inflation und staatliche Investitionsprogramme derzeit schwerer wiegen als geopolitische Risiken. Für viele Marktteilnehmer steht fest, dass ein stabileres Preisumfeld und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen den Boden für weitere Kursgewinne bereiten.Ob der Dax die 25.000-Punkte-Marke tatsächlich kurzfristig überschreitet, hängt nun vor allem davon ab, ob die positiven Konjunktur- und Preissignale in den kommenden Wochen bestätigt werden.