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Supermarktkette Tegut zieht sich aus Deutschland zurück

Adrian Kelbich
Letzte Aktualisierung: 11. März 2026 14:43
Adrian Kelbich
tegut-verschwindet-vom-deutschen-markt

Ende eines Traditionsunternehmens im Handel

Die Supermarktkette Tegut steht vor dem vollständigen Rückzug aus dem deutschen Einzelhandel. Nach jahrelangen wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird das Unternehmen abgewickelt und soll bis spätestens Ende des Jahres komplett vom Markt verschwinden.

Contents
Ende eines Traditionsunternehmens im HandelDauerhafte Verluste erzwingen den RückzugEdeka will Großteil der Märkte übernehmenAuch Logistik und Tochterfirmen betroffenRewe zeigt ebenfalls InteressePerspektive für viele MitarbeiterKonzentration im Lebensmittelhandel nimmt zuEin weiterer Wandel im Einzelhandel

Von der Entscheidung sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Beschäftigten am Morgen über die Pläne informiert. Eigentümer des Unternehmens ist die schweizerische Handelsgruppe Migros Zürich, die sich mit diesem Schritt vollständig aus dem deutschen Lebensmittelhandel verabschiedet.

Der Rückzug markiert einen weiteren Einschnitt im deutschen Einzelhandel, der seit Jahren von starkem Wettbewerb und zunehmendem Preisdruck geprägt ist.

Dauerhafte Verluste erzwingen den Rückzug

Der Hintergrund der Entscheidung liegt in den anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens. Trotz verschiedener Sparprogramme gelang es Tegut nicht, dauerhaft profitabel zu arbeiten.

Der deutsche Lebensmittelhandel gilt als einer der härtesten Märkte Europas. Große Handelsketten liefern sich einen intensiven Wettbewerb um Preise und Marktanteile. Gleichzeitig steigen Kosten für Personal, Logistik und Energie.

Der Chef von Migros Zürich, Patrik Pörtig, erklärte zur Situation:
„Der deutsche Lebensmittelhandel ist sehr preisgetrieben und zugleich kostenintensiv.“

Unter diesen Bedingungen sei es langfristig nicht gelungen, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu etablieren.

Edeka will Großteil der Märkte übernehmen

Für viele der betroffenen Filialen zeichnet sich bereits eine Zukunft ab. Der Branchenführer Edeka hat nach Brancheninformationen bereits Verträge unterzeichnet, um einen großen Teil der Tegut-Standorte zu übernehmen.

Die Übernahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Sollte die Behörde grünes Licht geben, sollen die Filialen auf mehrere regionale Edeka-Gesellschaften verteilt werden.

Zu den möglichen neuen Betreibern gehören unter anderem die Edeka-Organisationen Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern. Damit würde ein erheblicher Teil der bisherigen Tegut-Märkte in das bestehende Edeka-Netz integriert.

Mit über 11.000 Filialen gilt Edeka bereits heute als größter Lebensmittelhändler in Deutschland.

Auch Logistik und Tochterfirmen betroffen

Neben den Supermärkten stehen auch weitere Unternehmensbereiche zur Disposition. Nach Angaben des Eigentümers Migros plant Edeka auch die Übernahme wichtiger Infrastrukturteile.

Dazu gehört das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach, das eine zentrale Rolle für die Versorgung der Filialen spielt. Außerdem stehen die Bäckerei Herzberg sowie die Tochtergesellschaft Smart Retail Solutions zur Diskussion.

Letztere betreibt rund 40 automatisierte Teo-Märkte, ein Konzept für kleinere, teilweise rund um die Uhr zugängliche Verkaufsstellen.

Die Integration dieser Bereiche könnte Edeka zusätzliche strategische Möglichkeiten im Wettbewerb verschaffen.

Rewe zeigt ebenfalls Interesse

Neben Edeka hat auch der Konkurrent Rewe Interesse an Teilen des Filialnetzes signalisiert. Nach Brancheninformationen führt das Unternehmen Gespräche über den Erwerb eines kleineren Pakets von Standorten.

Dabei könnte es sich um weniger als 100 Märkte handeln. Im Gegensatz zu Edeka wäre Rewe jedoch nicht an der Übernahme zentraler Strukturen wie Logistik oder Verwaltung interessiert.

Die Verhandlungen laufen derzeit noch, und eine endgültige Entscheidung steht aus.

Rewe gehört ebenfalls zu den dominierenden Kräften im deutschen Lebensmittelhandel. Das Unternehmen betreibt bundesweit rund 3.800 Supermärkte.

Perspektive für viele Mitarbeiter

Für die rund 7.400 Beschäftigten ist die Situation zunächst mit großer Unsicherheit verbunden. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung.

Nach Angaben von Migros hat sich Edeka verpflichtet, die Mitarbeiter der übernommenen Filialen zu übernehmen. Sollte die Transaktion vollständig umgesetzt werden, könnten viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz behalten – allerdings unter neuer Unternehmensführung.

Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich erhalten bleiben, hängt letztlich davon ab, wie viele Filialen von Edeka oder möglicherweise auch von Rewe übernommen werden.

Konzentration im Lebensmittelhandel nimmt zu

Der Rückzug von Tegut verdeutlicht erneut die zunehmende Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel. Der Markt wird von wenigen großen Unternehmen dominiert, die aufgrund ihrer Größe erhebliche Wettbewerbsvorteile haben.

Neben Edeka und Rewe gehören auch Aldi und Lidl zu den zentralen Akteuren der Branche. Kleinere Anbieter geraten dagegen häufig unter Druck, da sie im Preiskampf mit den großen Ketten kaum mithalten können.

Die Entwicklung zeigt, wie schwierig es für mittelgroße Handelsunternehmen geworden ist, sich langfristig im deutschen Markt zu behaupten.

Ein weiterer Wandel im Einzelhandel

Mit dem geplanten Rückzug von Tegut verschwindet ein weiterer Name aus der deutschen Handelslandschaft. Gleichzeitig stärkt der Vorgang die Position der großen Handelskonzerne, die ihre Marktanteile weiter ausbauen können.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie viele der bisherigen Filialen tatsächlich weitergeführt werden und wie sich die Struktur des deutschen Lebensmittelmarktes weiter verändert.

Stichwörter: Deutschland, EDEKA, Einzelhandel, Filialübernahme, Krise, Leben, Lebensmittel, Lebensmittelhandel, Migros, Mitarbeiter, REWE, Stellenabbau, Supermarkt, Tegut
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