Die Ölpreise sind erneut gesunken, nachdem China als Antwort auf die US-Zölle eigene Strafzölle auf US-Importe verhängt hat. Der Preis für Brent-Öl fiel um 5,5 Prozent auf 69,28 Dollar je Fass, während WTI-Öl ebenfalls um 5,5 Prozent zurückging und bei 66,06 Dollar je Fass landete. Diese Rückgänge spiegeln die wachsenden Befürchtungen über einen möglichen globalen Wirtschaftseinbruch wider, der die Ölnachfrage beeinträchtigen könnte.
BRENT, Quelle: TradingView
Steigende Rezessionsängste belasten den Ölmarkt
Der Rückgang des Ölpreises wird hauptsächlich durch die zunehmende Unsicherheit bezüglich des weltweiten Wirtschaftswachstums verursacht. Anleger befürchten, dass die Zollpolitik der USA und die darauf folgenden Gegenmaßnahmen Chinas zu einer Rezession führen könnten, die die Nachfrage nach Öl weltweit dämpfen wird. „Die weltweite Konjunktur wird nach den neuesten Maßnahmen deutlich schwächer“, erklärte ein Marktexperte. Außerdem verstärkt die Entscheidung der OPEC+, ihre Ölproduktion im Mai deutlich zu erhöhen, den Preisdruck auf den Markt.
WTI, Quelle: TradingView
Kupferpreise sinken: Industriemetall verliert an Wert
Parallel zu den Ölpreisen verzeichnet auch das Industriemetall Kupfer einen starken Rückgang. Der Kupferpreis fiel um 1,1 Prozent auf 9.263 Dollar je Tonne, was den niedrigsten Wert seit Mitte Februar markiert. Kupfer gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaft, insbesondere die Industrieproduktion, da es in vielen Fertigungsprozessen verwendet wird. Der Preisverfall wird auf die Konjunktursorgen zurückgeführt, da Investoren zunehmend befürchten, dass die globale Nachfrage nach Kupfer durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten sinken wird.
Kupferpreis USD/lbs, Quelle: TradingEconomics
Die Zollpolitik und die damit verbundenen Marktunsicherheiten verstärken den Abwärtstrend bei Kupfer, da die Rohstoffmärkte insgesamt durch den Handelskrieg unter Druck geraten. „Kupfer ist ein barometrisches Metall für die Industrie. Ein Preisrückgang zeigt, dass die globale Industrieproduktion leidet“, erklärte ein Analyst.
Goldpreise steigen: Edelmetall als sicherer Hafen
Im Gegensatz zu den sinkenden Rohstoffpreisen zeigt Gold weiterhin eine beeindruckende Rallye. Der Preis für eine Feinunze Gold stieg um 0,8 Prozent und erreichte mit 3.148 Dollar ein neues Rekordhoch. Gold hat sich in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert und profitiert von den wirtschaftlichen Unsicherheiten und den geopolitischen Spannungen.
Gold als Fluchtwährung in unsicheren Zeiten
Gold USD/t.oz, Quelle: TradingEconomics
Die steigenden Goldpreise sind vor allem auf die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten zurückzuführen, die durch die US-Zollpolitik und die wachsenden Handelskonflikte verursacht werden. „Gold wird als sicherer Hafen gesucht, da die Anleger angesichts der Unsicherheit über die Handelskriege in den USA und China ihre Portfolios absichern wollen“, erklärte ein Marktexperte. Gold hat sich seit Beginn des Jahres als unangefochtene Fluchtwährung etabliert, was zu einem weiteren Preisanstieg führt.