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Produktivitätsschub stärkt US-Wirtschaft deutlich

Susanne Jung
Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2026 20:48
Susanne Jung
produktivitätsschub-stärkt-us-wirtschaft-deutlich

USA: Konjunktur, Märkte, Rüstung und Handel im globalen Umbruch

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der USA hat im dritten Quartal ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt. Nach vorläufigen Berechnungen des US-Arbeitsministeriums stieg die Arbeitsproduktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorquartal auf annualisierter Basis um 4,9 Prozent. Damit wurde die Markterwartung exakt erfüllt. Bereits für das zweite Quartal musste die Statistik nach oben korrigiert werden: Statt eines zunächst gemeldeten Zuwachses von 3,3 Prozent wurde nun ein Plus von 4,1 Prozent ausgewiesen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Lohnstückkosten, die im dritten Quartal um 1,9 Prozent zurückgingen. Für das Vorquartal wurde der Rückgang sogar auf 2,9 Prozent revidiert, nachdem zunächst noch ein Anstieg gemeldet worden war. Ökonomen hatten für das dritte Quartal lediglich mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Die Zahlen deuten auf eine spürbare Effizienzsteigerung der US-Unternehmen hin, die ihre Kostenbasis deutlich verbessern konnten.

Rüstungswerte trotzen schwachem Gesamtmarkt

An den US-Aktienmärkten setzte sich unterdessen eine Phase der Konsolidierung fort. Nach mehreren Rekorden zur Wochenmitte gaben die großen Indizes im frühen Handel nach. Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 48.929 Punkte, der S&P 500 gab ebenfalls 0,1 Prozent nach, während der Nasdaq Composite um 0,2 Prozent sank.

Ein völlig anderes Bild zeigte sich jedoch bei den US-Rüstungsaktien. Nachdem diese am Vortag unter Druck geraten waren, kam es nun zu einer kräftigen Gegenbewegung. Hintergrund sind widersprüchliche Signale aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe bei Rüstungskonzernen untersagen zu wollen. Er begründete dies mit den Worten, diese Praktiken würden Investitionen in Produktionskapazitäten und Ausrüstung behindern. Gleichzeitig stellte Trump jedoch in Aussicht, den US-Verteidigungshaushalt bis 2027 auf 1,5 Billionen US-Dollar auszuweiten.

Die Börse reagierte vor allem auf diese langfristige Ausgabenperspektive. Die Aktien von Lockheed Martin sprangen um 9,1 Prozent nach oben, Northrop Grumman legten 8,7 Prozent zu. Investoren setzten offenbar darauf, dass steigende staatliche Aufträge mögliche Einschränkungen bei Ausschüttungen mehr als ausgleichen könnten.

Dow Jones startet mit Rekord – Risiken bleiben präsent

Trotz kurzfristiger Rücksetzer bleibt der langfristige Trend an der Wall Street positiv. Der Dow Jones ist mit einem neuen Allzeithoch in das Börsenjahr 2026 gestartet und unterstreicht damit die robuste Verfassung des US-Aktienmarktes. Die Dynamik wird von starken Unternehmensgewinnen, hoher Produktivität und stabilen Konsumausgaben getragen.

Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Das neue Börsenjahr birgt nach Einschätzung vieler Experten ein erhöhtes Risiko für Kursschwankungen. Themen wie geopolitische Spannungen, geldpolitische Unsicherheiten und politische Eingriffe in einzelne Branchen könnten jederzeit für Unruhe sorgen. Die bisherige Rekordjagd hat die Bewertungen in Teilen des Marktes deutlich nach oben getrieben, was die Anfälligkeit für Korrekturen erhöht.

US-Handelsdefizit schrumpft stärker als erwartet

Ein weiteres wichtiges Signal kam von der außenwirtschaftlichen Seite. Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im Oktober deutlich zurückgegangen. Nach vorläufigen Berechnungen belief sich das Minus auf 29,35 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vormonat noch ein revidierter Fehlbetrag von 48,14 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden war. Ursprünglich hatten Volkswirte sogar mit einem Defizit von 58,40 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Der Rückgang ist auf zwei gegenläufige Entwicklungen zurückzuführen. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent auf 302,02 Milliarden US-Dollar, während die Importe um 3,2 Prozent auf 331,37 Milliarden US-Dollar sanken. Damit verbesserte sich die Handelsbilanz spürbar – ein Ergebnis, das ganz im Sinne von Präsident Donald Trump ist, der den Abbau des Handelsdefizits zu einem zentralen Ziel seiner Wirtschaftspolitik erklärt hat.

Die Kombination aus steigender Produktivität, stabilen Finanzmärkten, kräftigen Bewegungen im Rüstungssektor und einer verbesserten Handelsbilanz zeichnet das Bild einer US-Wirtschaft, die trotz politischer Eingriffe und globaler Unsicherheiten weiterhin auf mehreren Ebenen an Stärke gewinnt.

Stichwörter: Aktienmarkt, DOW JONES, Exporte, Handelsbilanz, Importe, Konjunktur, Produktivität, Rüstungswerte, USA, Verteidigung
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