Im Nahen Osten verdichten sich die Anzeichen für eine militärische Eskalation. Die USA verlegen seit Tagen in großem Umfang Truppen, Kriegsschiffe und Flugzeuge in die Region. Der Aufmarsch ist so umfassend, dass ein bewaffneter Konflikt mit dem Iran inzwischen als realistische Option gilt. Beobachter sprechen von einer strategisch vorbereiteten Lage, in der politische Drohungen zunehmend durch militärische Fakten unterlegt werden.
Flottenverband erreicht Golfregion
Zentrales Symbol der aktuellen Truppenbewegungen ist der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Der Verband ist inzwischen im Golf eingetroffen, weitere amerikanische Kriegsschiffe befinden sich in Reichweite der iranischen Küste. Parallel dazu landen immer mehr Militärflugzeuge auf US-Stützpunkten in der Region. Dazu zählen Kampfjets, Tankflugzeuge sowie schwere Transportmaschinen.
US-Präsident Donald Trump erklärte zuletzt, die amerikanische „Armada“ vor dem Iran sei größer als jene vor Venezuela zu Jahresbeginn. Nach Einschätzung von Militärexperten stellt diese Aussage eher eine Untertreibung dar. Tatsächlich handelt es sich um eine der größten Truppenkonzentrationen der vergangenen Jahre.
Großangelegte Materialverlegung als Warnsignal
Auffällig ist die Vielzahl eingesetzter C-17-Transportflugzeuge. Diese Maschinen transportieren in der Regel schweres Gerät, Munition und Ausrüstung. Viele der Flüge führen über europäische Stützpunkte wie Ramstein und Spangdahlem in Deutschland weiter Richtung Kuwait oder Saudi-Arabien. Die hohe Zahl dieser Transporte gilt als klares Indiz für eine operative Vorbereitung, nicht lediglich für eine symbolische Machtdemonstration.
Militäranalysten weisen darauf hin, dass nicht nur Personal, sondern vor allem logistische Kapazitäten aufgebaut werden. Ohne umfangreiche Vorräte wäre ein größerer Militäreinsatz kaum möglich.
Wetter verzögert mögliche Angriffspläne
Ein unmittelbarer Schlag wurde in der vergangenen Woche offenbar verzögert. Grund dafür waren ungünstige Wetterbedingungen an der US-Ostküste. Schnee und Eis führten dazu, dass mehrere Flüge in Richtung Europa und Naher Osten verschoben werden mussten. Diese Verzögerung hat jedoch nichts an der grundsätzlichen Lage geändert. Die militärischen Vorbereitungen laufen inzwischen wieder auf Hochtouren.
Transparente Bewegungen lassen Rückschlüsse zu
Die Verlegungen der US-Streitkräfte sind ungewöhnlich offen nachvollziehbar. Über zivile Flugradarsysteme lässt sich beobachten, wie Transportflugzeuge und Tanker regelmäßig über Spanien oder Deutschland in Richtung Naher Osten fliegen. Besonders auffällig ist die hohe Zahl von Starts vom Robert Gray Army Airfield in den USA, früher bekannt als Fort Hood.
Da dort ein US-Luftverteidigungsregiment stationiert ist, gehen Fachleute davon aus, dass Teile des Raketenabwehrsystems THAAD in die Region gebracht werden. Dieses System gilt als besonders effektiv gegen ballistische Raketen.
Vorbereitung auf iranische Gegenangriffe
Die mögliche Stationierung von THAAD deutet darauf hin, dass Washington mit Vergeltungsschlägen rechnet. Der Iran verfügt nach westlichen Einschätzungen noch über tausende Raketen, die gegen US-Stützpunkte oder gegen Israel eingesetzt werden könnten. Eine verstärkte Flugabwehr wäre daher ein logischer Schritt zur Absicherung eigener Truppen.
Neben Transportflugzeugen verlegt die US-Armee auch zusätzliche Kampfjets. So sollen F-35-Flugzeuge, die Anfang Januar noch vor Venezuela im Einsatz waren, inzwischen auf den Azoren gelandet sein und sich auf dem Weg in den Nahen Osten befinden.
Spezialflugzeug deutet Eskalationsstufe an
Ein besonders sensibles Detail fiel Militärbeobachtern am 28. Januar auf. Mindestens ein Flugzeug vom Typ WC-135R Constant Phoenix wurde in Richtung Naher Osten verlegt. Diese Maschine dient der Analyse von Luftproben und kann nukleare Explosionen nachweisen. Ihr Einsatzgebiet deutet auf Szenarien hin, die über konventionelle Luftschläge hinausgehen.
Trumps rote Linie und massive Vorwürfe
Der US-Präsident hatte dem iranischen Regime zuvor eine klare Warnung ausgesprochen. Donald Trump zog eine rote Linie bei der Hinrichtung von Demonstranten. Nach Berichten internationaler Medien hielten sich die Machthaber in Teheran nicht daran. Das britische Magazin Time berichtet, dass Anfang Januar innerhalb weniger Tage bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein könnten. Zudem droht inhaftierten Aktivisten weiterhin die Todesstrafe.
Diese Berichte haben den politischen Druck auf das Weiße Haus deutlich erhöht.
Kein Interesse an Bodentruppenkrieg
Trotz der massiven Drohkulisse gilt ein groß angelegter Bodenkrieg als unwahrscheinlich. Ein solcher Einsatz würde den Einsatz von Hunderttausenden Soldaten erfordern. Im Irakkrieg ab 2003 waren zeitweise bis zu 270.000 US-Soldaten im Einsatz. Der Iran ist geografisch größer und zählt rund 90 Millionen Einwohner, fast doppelt so viele wie der Irak.
Trump hatte seinen Wählern versprochen, die Ära verlustreicher US-Interventionen zu beenden. Ein langwieriger Bodeneinsatz würde diesem Versprechen widersprechen.
Möglicher Fokus auf Atom- und Raketenprogramme
Deutlich wahrscheinlicher erscheint ein begrenzter Militärschlag aus der Luft. Ziel könnten vor allem das iranische Atomprogramm und die Raketenproduktion sein. Irans Präsident Masoud Pezeshkian hatte im November angekündigt, beschädigte Atomanlagen wieder aufzubauen. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass diese Anlagen inzwischen tiefer unterirdisch verlegt werden, um sie besser vor Luftangriffen zu schützen.
Die iranische Luftverteidigung gilt als vergleichsweise schwach. Präzise Luftschläge könnten aus Sicht Washingtons militärische Erfolge ermöglichen, ohne hohe eigene Verluste zu riskieren.
Risiko unkontrollierbarer Eskalation
Sollten amerikanische Angriffe erfolgen, wäre der weitere Verlauf kaum kalkulierbar. Eine militärische Antwort der Revolutionsgarden oder der iranischen Armee auf US-Stützpunkte oder Verbündete in der Region könnte eine längere Eskalation auslösen. Die Voraussetzungen für einen Konflikt sind geschaffen. Wie weit er sich ausdehnt, hängt maßgeblich von der Reaktion des iranischen Regimes ab.