Die Bundesregierung bringt ein neues Förderinstrument für Elektrofahrzeuge auf den Weg. Ab 1. Januar 2026 sollen Privatpersonen beim Kauf oder Leasing von Elektroautos erneut staatliche Zuschüsse erhalten. Je nach Einkommenshöhe und familiärer Situation können Käuferinnen und Käufer mit bis zu 6.000 Euro rechnen. Ziel des Programms ist es, sowohl den Hochlauf der Elektromobilität als auch die heimische Automobilindustrie zu unterstützen.
Gestaffelte Förderung nach Einkommen und Familienstatus
Kern des Programms ist eine Basisförderung von 3.000 Euro für reine batterieelektrische Fahrzeuge. Für bestimmte Fahrzeugtypen mit Verbrennungskomponenten – darunter Plug-in-Hybride und sogenannte Range Extender – ist ein Grundzuschuss von 1.500 Euro vorgesehen.
Die Förderung ist jedoch an klare Einkommensgrenzen gekoppelt. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80.000 Euro sind grundsätzlich antragsberechtigt. Liegt das Einkommen unter 60.000 Euro, erhöht sich der Zuschuss um 1.000 Euro, bei Einkommen unter 45.000 Euro nochmals um weitere 1.000 Euro.
Zusätzlich berücksichtigt das Programm die Kinderzahl: Pro Kind werden 500 Euro aufgeschlagen, maximal jedoch 1.000 Euro. Bei zwei Kindern steigt die Einkommensobergrenze auf 90.000 Euro.
Fördertopf von drei Milliarden Euro geplant
Für das neue Programm stellt der Bund insgesamt drei Milliarden Euro bereit. Nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums könnten damit rund 800.000 Fahrzeuge gefördert werden. Förderfähig sind ausschließlich neu zugelassene Fahrzeuge, die von Privatpersonen gekauft oder geleast werden.
Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte: „Wir wollen mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt tun, für unsere europäische Automobilindustrie und für Haushalte, die sich ohne Unterstützung bislang kein Elektroauto leisten konnten.“
Auch Plug-in-Hybride unter Auflagen einbezogen
Im Gegensatz zu früheren Programmen bleiben auch Fahrzeuge mit Hybridtechnik förderfähig, allerdings unter strengeren Bedingungen. Voraussetzung für den Zuschuss von 1.500 Euro ist entweder ein CO₂-Ausstoß von maximal 60 Gramm pro Kilometer oder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern.
Ab 1. Juli 2027 sollen diese Kriterien überprüft und stärker an den tatsächlichen Emissionen im Alltagsbetrieb ausgerichtet werden. Damit reagiert die Regierung auf frühere Kritik, wonach Plug-in-Hybride im realen Einsatz oft deutlich mehr CO₂ ausstoßen als auf dem Papier.
Antragsstart im Frühjahr, Förderung rückwirkend
Das Antragsverfahren soll voraussichtlich ab Mai 2026 über ein digitales Portal starten. Die Förderung gilt dann rückwirkend für alle Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurden. Damit will die Bundesregierung Planungssicherheit für Käufer schaffen, die nicht bis zur Freischaltung des Portals warten können oder wollen.
Neustart nach Ende des Umweltbonus
Seit dem Auslaufen des früheren Umweltbonus Ende 2023 existierte keine staatliche Kaufprämie mehr. Damals war die Förderung im Zuge der Haushaltskonsolidierung eingestellt worden. Zuvor hatte es Zuschüsse von bis zu 4.500 Euro gegeben, die gemeinsam von Staat und Herstellern getragen wurden.
Bereits im Oktober 2025 hatte die aktuelle Bundesregierung angekündigt, zur Förderung der Elektromobilität zurückzukehren. Mit dem nun vorgestellten Modell wird diese Ankündigung konkret umgesetzt.
Impuls für deutsche Hersteller erwartet
Nach Angaben des Umweltministeriums stammt ein Großteil der in Deutschland verkauften Elektrofahrzeuge aus europäischer Produktion. Rund 80 Prozent der im Vorjahr neu zugelassenen E-Autos und Plug-in-Hybride wurden von europäischen Herstellern gebaut. Besonders stark vertreten sind Modelle aus dem VW-Konzern sowie von BMW und Mercedes-Benz.
Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes gehörten im vergangenen Jahr die elf meistzugelassenen reinen Elektroautos zu Marken aus dem VW- oder BMW-Konzern, angeführt von VW ID.7 und VW ID.3. Auch bei Plug-in-Hybriden dominieren deutsche Hersteller die Zulassungsstatistik.
Kritik an Wirksamkeit und Bürokratie
Nicht alle Fachleute halten die neue Kaufprämie für sinnvoll. Der Autoökonom Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research sagte: „Elektroautos verkaufen sich von allein, schade um das Steuergeld.“ Er warnt davor, dass Hersteller die Förderung in ihre Preise einpreisen könnten.Zudem befürchtet Dudenhöffer einen erheblichen Verwaltungsaufwand durch Einkommensnachweise. Effektiver für den Absatz von Elektrofahrzeugen seien aus seiner Sicht günstigerer Ladestrom, weniger Bürokratie und niedrigere Lohnnebenkosten.