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VW verkauft Werk in Xinjiang: Ende einer umstrittenen Ära

Charlotte Probst
Letzte Aktualisierung: 27. November 2024 16:29
Charlotte Probst
VW verkauft Werk in Xinjiang: Ende einer umstrittenen Ära

Volkswagen hat den Verkauf seines umstrittenen Werks in der chinesischen Region Xinjiang bekannt gegeben. Die Entscheidung beendet eine langjährige Präsenz des Unternehmens in der Provinz, die wegen Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen international stark kritisiert wurde.

Verkauf an staatliches Unternehmen

Die Produktionsstätte in Urumqi, die gemeinsam mit dem chinesischen Staatsunternehmen SAIC betrieben wurde, wurde an die Shanghai Motor Vehicle Inspection Certification (SMVIC) verkauft. Diese ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen Shanghai Lingang Development Group. Angaben zum Verkaufspreis machte Volkswagen nicht.

Mit dem Verkauf zieht sich der Konzern vollständig aus der Provinz zurück, nachdem die Fahrzeugproduktion am Standort bereits 2019 eingestellt wurde. Die Anlage hatte zuletzt nur noch als Teststrecke fungiert.

Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen

Der Standort in Xinjiang stand jahrelang im Fokus der Kritik. Menschenrechtsorganisationen und Investoren warfen dem Konzern vor, indirekt von Zwangsarbeit und der Unterdrückung der uigurischen Minderheit zu profitieren. Hunderttausende Uiguren sollen in der Region in Umerziehungslagern interniert oder zur Arbeit gezwungen worden sein. Die chinesische Regierung weist diese Vorwürfe jedoch zurück.

Volkswagen betonte, dass es keine Hinweise auf Zwangsarbeit in seiner Fabrik gegeben habe. Dennoch setzte der öffentliche Druck dem Unternehmen zu, und monatelang wurde über die Zukunft des Standorts verhandelt.

Historische Verbindung zu SAIC

Die Partnerschaft mit SAIC, Volkswagens chinesischem Joint-Venture-Partner, reicht bis in die 1980er-Jahre zurück. Dieses Joint Venture war entscheidend für die Expansion des Konzerns auf den chinesischen Markt. Trotz der aktuellen Herausforderungen verlängerten die Partner ihre Kooperation bis 2040.

Zukunftspläne in China

Im Rahmen der erweiterten Partnerschaft planen Volkswagen und SAIC, bis 2030 insgesamt 18 neue Modelle auf den Markt zu bringen. Darunter sollen acht Elektro- und Hybridfahrzeuge sein, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt werden.

Der Konzern hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 will VW jährlich vier Millionen Fahrzeuge in China verkaufen und einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen. Um dies zu ermöglichen, sollen bestehende Produktionsstätten für Verbrennungsmotoren schrittweise auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen umgerüstet werden.

Ein schwieriger, aber notwendiger Schritt

Der Verkauf des Werks markiert einen bedeutenden Schritt für Volkswagen, um seine Unternehmenspolitik an internationale Standards und Erwartungen anzupassen. Gleichzeitig zeigt die Verlängerung der Partnerschaft mit SAIC, dass China weiterhin ein zentraler Markt für den Konzern bleibt.

Stichwörter: Unternehmen, Urumqi, Verkauf, Volkswagen, VW, Welt, Werk, Wirtschaft, Xinjiang
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