Britische Behörde erlaubt deutlich höhere Wirkstoffmenge
Die Aktie von Novo Nordisk reagiert mit einem kräftigen Kurssprung auf eine regulatorische Entscheidung aus Großbritannien. Das Papier des dänischen Pharmakonzerns legte im Handel um 6,5 Prozent zu, nachdem die britische Arzneimittelbehörde MHRA eine deutlich höhere Dosierung des Abnehmpräparats Wegovy genehmigt hat. Zugelassen wurde eine wöchentliche Höchstdosis von bis zu 7,2 Milligramm Semaglutid, was einer Verdreifachung gegenüber der bislang erlaubten Obergrenze von 2,4 Milligramm entspricht.

Neue Dosierung nur für Erwachsene mit Adipositas
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde ist die erhöhte Dosis ausschließlich für erwachsene Patienten mit Adipositas vorgesehen. Die Verabreichung erfolgt nicht in einer Einzelgabe, sondern verteilt auf drei separate Injektionen pro Woche. Die MHRA betonte, dass die Zulassung auf einer umfassenden Bewertung von Wirksamkeit und Sicherheit beruhe und klar definierte Anwendungsgrenzen habe. In einer Stellungnahme hieß es wörtlich, man habe eine Dosierung genehmigt, die „im Rahmen der geprüften klinischen Daten ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis aufweist“.
Strategischer Schritt im globalen Markt für Abnehmpräparate
Mit der Entscheidung aus Großbritannien verschafft sich Novo Nordisk einen zusätzlichen Hebel im hart umkämpften Markt für Medikamente zur Gewichtsreduktion. Wegovy zählt bereits zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Konzerns, insbesondere in Europa. Die höhere Dosierung eröffnet nun die Möglichkeit, Patienten mit besonders ausgeprägter Adipositas gezielter zu behandeln und gleichzeitig das Umsatzpotenzial pro Patient zu erhöhen.
Analysten sehen Milliardenpotenzial trotz Gegenwind
Positive Impulse kommen auch von Analystenseite. Die Experten von Berenberg gehen davon aus, dass allein die Tablettenform von Semaglutid im laufenden Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar erreichen könnte. Wörtlich erklärten die Analysten: „Höher als erwartete Erlöse könnten Belastungen durch Preissenkungen in den USA sowie auslaufende Patente teilweise kompensieren.“
Absicherung gegen Preisdruck und Patentrisiken
Der Hinweis auf mögliche Gegenwinde ist nicht unbegründet. In den Vereinigten Staaten stehen Preissenkungen im Gesundheitssektor weiterhin auf der politischen Agenda, zugleich nähern sich bei einzelnen Wirkstoffen die Schutzfristen dem Ende. Die nun genehmigte höhere Dosierung von Wegovy könnte dazu beitragen, diese Risiken abzufedern, indem sie die Wettbewerbsposition von Novo Nordisk stärkt und zusätzliche Erlöspotenziale erschließt.
Signalwirkung für weitere Märkte
Marktbeobachter werten die Entscheidung der britischen Behörde auch als mögliches Signal für andere Regulierungsbehörden. Sollte sich das erweiterte Dosierungskonzept bewähren, könnten weitere Länder nachziehen. Für Novo Nordisk würde dies nicht nur höhere Absatzmengen bedeuten, sondern auch eine weitere Festigung der Stellung als einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich der Adipositas-Therapie.